Komm, komm wer du auch bist, Vagant, Anbeter, Flüchtling.
Es hat keine Wichtigkeit
Unsere Karawane ist nicht eine der Verzweiflung.
Unsere Karawane ist eine des unendlichen Glücks.
Komm, auch wenn du deine Vorsätze tausend mal gebrochen hast.
Komm, komm wieder. Komm ! Jallaluddin Rumi
Yoga bringt den Geist zur Ruhe.
Dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur.
Sonst identifiziert sich der Sehende mit den veränderlichen Inhalten des
Geistes. Patanjali
Einführung
Wir leben heute in einer faszinierenden Zeit. Alles ist in ständigem Wandel.
Ein noch nie dagewesener kultureller Austausch findet weltweit statt.
Ideologien, Glauben, Konzepte und Prinzipien desintegrieren sich .
Sicherheiten kann man heute aufgeben. Wir leben bestimmt in einer höchst
interessanten Epoche. Mir gefällt diese Zeit. Es ist aber auch eine
schwierige Welt geworden. Wir leben in einer harten Konsumgesellschaft. Der
materialistische Aberglaube dominiert. Innere geistige Kenntnisse und Werte
werden verschüttet und bleiben für viele Individuen ganz unbekannt. Die
Sehnsucht des Menschen nach Erfüllung verliert sich hauptsächlich in
Äusserlichkeiten. Es ist daher eigentlich ganz logisch, dass wir heute so
viele Jugendliche haben die zur Droge greifen, um inneren Frieden, Ruhe und
Glück zu "konsumieren". Eine Trennung zwischen materiellem Leben und
geistigem Leben ist absurd. Es gibt nur ein Leben. Es ist aber wichtig, dass
die Aufmerksamkeit eines Menschen nicht nur nach aussen oder nach innen
gerichtet ist, sondern dass ein Gleichgewicht besteht zwischen Innen und
Aussen.
Ein Ich das nur durch Äusserlichkeiten aufgebaut ist ohne die zentrale
Erfahrung des eigenen Seins, kann nicht gesund leben. Ziel dieser kleinen
Schrift ist es dieses dynamische Gleichgewicht zwischen innen und aussen
wieder herstellen zu helfen.
Du sollst die Kraft und die Schönheit Deiner eigenen inneren Bewusstheit
erfahren lernen, um von dieser zentralen Haltung aus voll leben zu können.
Die kulturelle Form die dieser Prozess dann annimmt ist gleichgültig, sei es
Musik, Gesang, Literatur, Yoga oder Kunst oder alles zusammen. Wichtig ist,
dass das innere Leben wieder erwacht und führt. Vom Haben zum Sein.
Die verschiedenen Religionen sind für mich verschiedene kulturelle Sprachen
der gleichen Sehnsucht des Menschen. Universalität und Toleranz sind wichtig
für mich. Fanatismus, Ideologie und Intoleranz machen mir Schwierigkeiten.
Jeder Mensch sollte die göttliche Natur seines eigenen Bewusstseins
erfahren, sollte Glück Liebe und Frieden in seinem eigenen Herzen erleben.
Was für eine kulturelle Form er dieser Erfahrung dann gibt, ist für mich
Nebensache.
Die Erfahrung ist das Wichtigste. Leider kann man Erfahrungen nicht
übermitteln. Jeder muss seine eigenen machen. Worte sind auch erst nützlich
wenn das Verstehen schon da ist.
Wir werden diverse Themen
berühren. Die verschiedenen Möglichkeiten, sich selbst zu identifizieren.
Über Gedanken und Gefühle. Die Ebene des Bewusstseins. Die Liebe und die
Kraft, die in Dir sind. Du hast Zeit gehabt Deinen eigenen Grenzen zu
begegnen. Auch Deine Lügensysteme wirst Du schon selber durchschaut haben.
So ist dies die beste Zeit für Dich, Dein Leben selber in die Hand zu
nehmen. Das meiste was ich schreibe weisst Du schon, so werden es
Wiederholungen für Dich sein. Ich bin nicht interessiert, Dir Meinungen oder
Ideologien zu übermitteln. Konzepte und Glaubensprinzipien interessieren
mich nicht.
Was ich erreichen möchte:
dass Du die Möglichkeit hast, die
Schönheit, Grösse und Kraft Deiner eigenen Natur zu erkennen. Ich möchte
erreichen dass es Dir möglich wird, Dich mit Deinem eigenen Sein zu
identifizieren. Ich wünsche Dir dass Du lernst, Dich an Deinem eigenen
Bewusstsein zu berauschen.
Selbsthilfe ist Soforthilfe und Soforthilfe ist Selbsthilfe. Die Gedanken
die hier zum Ausdruck kommen sind allgemein gültig, sie dienen mir und Dir.
In allem was ich schreibe bin ich selber Schüler.
Beginnen wir jetzt.
Betrachte dich jetzt, nur JETZT, die Vergangenheit interessiert nicht mehr,
sie ist unwiederbringbar vorbei und bereits gelebt worden. Die Zukunft liegt
wie ein unbeschriebenes Blatt vor dir. Die ‚Worte' die du darauf setzen
wirst, entstammen deinen Gedanken. Nur und ausschliesslich dem, WAS DU
DENKST. Be-denke es.
Es gibt positive und negative
Zustände, tief eingegrabene Gedanken die sich gewohnheitsmässig wiederholen,
wie eine wiederkäuende Kuh, Muster die wir angenommen und in uns hinein
genommen haben, Gedankengebilde, Interpretationen, die wiederum festgelegte
emotionale Reaktionen erzeugt haben, Automatismen. All das ist auf unserer
geistigen Festplatte gespeichert. Wird nun ein bestimmter Knopf gedrückt,
läuft das ganze dazugehörige Programm ohne Gnade ab.
Wie löscht man nun
einen solch festgelegten Ablauf, der uns nicht dienlich ist?
Zunächst eine
Frage: würdest du Abfall oder verdorbene Nahrung bereitwillig zu dir nehmen?
Aber negative Gedanken ja?
Genau das tun wir, so widersinnig das erscheint. Da Gedanken feinstofflicher
sind als Nahrung, und die Wirkung sich oft nicht so unmittelbar
niederschlägt, sondern unterschwellig Gift verbreitet, sind wir uns dessen
wesentlich weniger bis überhaupt nicht bewusst. Dazu kommt das wir uns mit
unseren Gedanken identifizieren, uns an sie gewöhnt haben, und sie sogar
verteidigen, weil wir uns damit im Recht fühlen wollen.
Wir identifizieren uns immer mit dem was wir denken und nehmen es wichtig,
weil wir glauben das sei alles was uns ausmacht.
Offensichtlich gibt es widerstreitende Kräfte in uns. Man könnte
sagen die Kräfte der Dunkelheit und die Kräfte des Lichtes. Sehr oft führen
diese Kräfte Krieg miteinander. Sind wir diese Gedanken, oder haben wir sie?
Sind wir diese Gefühle, oder haben wir sie? Sind wir dieser Körper oder
haben wir ihn? Wenn wir das alles wären, was wären wir dann? Bei all den
wechselnden Stimmungen und Inhalten, und einem Körper der vergeht und zu
Staub zerfällt - ?
Augenscheinlich existiert jedoch ein Element in uns das
immerzu wahrnimmt und beobachtet, was wir denken, in welcher Stimmung wir
uns befinden, und zudem stetig beobachtet, wie sich unser Körper über die
Zeit verändert. Dieses ‚Etwas' nennt man den ‚Zeugen'. Er ist von Geburt bis
zum Tod zugegen, und auch darüber hinaus. Er ist ganz einfach, ohne Werden
und Vergehen, unabhängig von jedem äusseren Einfluss, bleibt immer gleich,
immer derselbe. In diesem Moment bist du dir bewusst was du denkst, was du
tust, und genau das w a s weiss, ist der allgegenwärtige Zeuge. Er ergreift
nie Partei, ist einfach nur gegenwärtig, bewusst, frei.
Du kannst das jetzt
nachvollziehen, es ist etwas sehr einfaches. Und damit kannst du jetzt auch
den ersten Schritt in die Freiheit tun, Befreiung von deinen geistigen und
emotionalen Zuständen. Vom Haben zum Sein (später noch mehr dazu). Es bringt
sofort Licht in die Dunkelheit. Vielleicht hast du schon mal den Film
‚Starwars' gesehen, oder eine andere Heldensaga. Dort werden die Krieger des
Lichtes durch ein Überangebot dunkler Kräfte herausgefordert. Die dunklen
Kräfte spielen und bauschen sich immer auf. Die lichten Kräfte lassen sich
letztendlich nicht täuschen, sie bleiben standhaft, auch bei aller
Versuchung und Herausforderung. Siehst du, wir können Krieger für das Gute,
Sinnvolle sein, vor allem um uns selber gut zu fühlen. Wir müssen es sogar
sein, wenn wir nicht der sonst selbstprogrammierten Selbstzerstörung anheim
fallen wollen. Es sind lediglich Kräfte die uns zu Boden bringen wollen,
Kräfte die ein Eigenleben führen, in uns führen, sich von unserer
Lebensenergie ernähren. Erkenne es, und zeige diesen Kräften wer der Herr,
die Herrscherin im Haus ist! Das ist die Wahl die wir haben.
Die äusseren
Umstände mögen wir nicht beeinflussen können, aber unsere Einstellung dazu
können wir selbst bestimmen, sonst werden wir von allen möglichen Umständen,
inneren oder äusseren bestimmt. Wenn du dich unwohl fühlst, denke nicht darüber nach, was
oder wer dich in diese Situation gebracht haben mag, es ist nicht wichtig.
Wichtig ist zu erkennen, das du dich jetzt in diesem Augenblick mit dem
identifizierst was du denkst und somit auch fühlst. Gehe darüber hinaus! Es
ist nur ein kleines, ganz kleines enges Zimmer, ein Loch, ein Gefängnis in
dem du dich gerade befindest. Darüber hinaus gibt es einen unendlich weiten
Raum, so wie ihn uns auch der Anblick des Himmels schenkt, und das Wissen
über einen tatsächlich unvorstellbar unendlichen Raum der noch dahinter
liegt. Dieser Raum existiert, in uns als auch um uns, es hängt immer nur von
der jeweiligen Perspektive ab, worin wir uns befinden - genau davon hängt
unsere Befindlichkeit ab. Lenke ich meine Aufmerksamkeit auf die kleine
Zelle, bin ich in dieser kleinen Zelle, mit all ihren Auswirkungen, lenke
ich meine Aufmerksamkeit auf den grenzenlosen Raum, werde ich zu diesem
Raum. Der Raum ist immer da, der weite Himmel ist immer über uns, wenn ich
auf den Boden starre und das um mich liegende vergesse, existiert er dann
immer noch? Offensichtlich ja, nur ich wende ihm nicht meine Aufmerksamkeit
zu. Wenn wir ein Krieger des Lichtes und der Liebe sein wollen, müssen wir
wissen, welcher Nutzen für uns darin liegt es zu sein, dann können wir uns
willentlich dafür entscheiden. Ein Kampf findet ohnehin statt, so oder so!
Wir haben die Entscheidung uns allmählich umbringen zu lassen, in grosser
Abhängigkeit etc. zu enden, und dann mit den Auswirkungen dieser Wahl zu
ringen, in Blindheit oder Hass, Angepasstheit, Depression, Verzweiflung etc.
Oder wir stehen in aufrechter Haltung für das ein, was uns innerlich immer
stärker, kraftvoller, liebevoller und mutiger werden lässt, Qualitäten die
in sich von Freude und Zufriedenheit erfüllt sind. Und auch dann, und das
ist normal, wenn wir immer wieder Niederlagen erleiden. Sonst wäre es nicht
eine Kunst der Kriegerschaft. Ein Krieger ist keiner der andere Menschen
tötet, das sind blinde Mörder. Ein Krieger ist der oder die, die falsche
Emotionen, mit denen man sich selbst oder anderen schadet entlarvt, und die
Energie die in solchen Emotionen steckt nutzt, um sich in grösstmöglicher
Weise zu befreien. Denn Freiheit ist etwas das wir uns alle ausnahmslos
wünschen. Wir wollen alle über unsere Grenzen, die nur allzu oft eng sind,
hinaus gehen. Wenn uns das, meistens auf Grund von Unkenntnis oder Unwillen
(was keinen Sinn macht) nicht gelingt, aktivieren wir automatisch das
Programm zur Selbstzerstörung. Das Leben bietet unendlich viele
Möglichkeiten, es hört nie auf, geht immer weiter, und auch wenn es
Tiefschläge gibt, die nun mal ein Teil davon sind, gibt es kein Ende, auch
wenn wir uns manchmal eines wünschen würden. Es hat alles immer seine zwei
oder mehrere Seiten, wichtig ist zu erkennen, das sich immer wieder alles
ändern wird. Und das in allem ein tiefer Sinn verborgen liegt. Diesen zu
ergründen ist weit spannender als die Flinte ins Korn zu werfen.
Das Leben ist ein immerwährendes Auf und Ab. Es hat keinen Sinn dagegen
anzukämpfen. Das Glück findet man nicht dauerhaft im Aussen, da es im Aussen
nichts gibt was von Beständigkeit wäre. Das lässt sich leicht nachprüfen.
Wir müssen über die Unbeständigkeit hinausgehen, um etwas Beständiges in uns
zu finden. Das ist der innere Beobachter, der immer gegenwärtige Zeuge allen
Geschehens.
Er ist immer da, immer zugänglich. Jeden Moment, auch jetzt, kannst du deine
Aufmerksamkeit darauf lenken, und du wirst sofort Erleichterung vom Druck
deiner Sorgen und Probleme erfahren, die nur auf falscher Identifikation mit
deinen Gedanken und Emotionen beruhen.
Zu sein statt zu haben.....dazu muss man rein gar nichts aufgeben oder auf
etwas verzichten, auch Gedanken und Gefühle können sich weiter bewegen,
einzig unser ausschliessliches gebunden sein daran verschwindet, das Starren
auf den Boden und den Himmel dabei vergessen....
Betrachte dich als Krieger oder
Kriegerin, wisse dass das was dich klein bekommen will Kräfte sind, denen du
dich stellen kannst, indem du dich wieder aufrichtest, den inneren Angriff,
die Niederlage in einen Sieg verwandelst, Mut und Kraft schöpfst, dich nicht
täuschen lässt. Die Inhalte die dich
niederschmettern, und sich als so mächtig aufspielen, entleerst, und dem
etwas aufrichtendes entgegensetzt.
Sei mutig.
Lernen wir etwas über den Umgang mit negativen Emotionen und Gedanken.
Was muss ich in diesem Zusammenhang unbedingt beachten:
Wir haben bereits festgestellt (eine Gesetzmässigkeit), das wir immer das,
worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, beleben. Wir erwecken es zum Leben,
also folgt daraus, das Aufmerksamkeit Energie ist. Die beste Art und Weise
Negativität zu begegnen, ob von innen oder aussen ist: INDIFFERENZ!
Beobachte die negativen Gedanken und damit erzeugten Emotionen. Steige nicht
darauf ein. Bleibe neutral. Versuche nicht GEGEN etwas anzugehen (wichtig:
versuche nicht sie loszuwerden, genau dadurch bleiben sie), noch UNTERSTÜTZE
es, bleibe im WAHR-NEHMEN, FÜHLEN, BEOBACHTEN, ohne Reaktion, bis der Druck
nachlässt. Dann wird der Geist wieder freier, und du hast wieder die Wahl,
über den Inhalt deiner Gedanken zu entscheiden. Du kannst auch die
Sensationen in deinem Körper fühlen (jeder Gedanke erzeugt eine Reaktion im
Körper, da sie eng miteinander verbunden sind, wie z.B. Herzklopfen, Druck
im Kopf, ein Stechen in der Leber, im Knie, etc.), einfach nur fühlen, auf
dieselbe Weise wie vorhergehend beschrieben. Auch dann wird sich emotionales
und mentales beruhigen, und du fühlst dich freier und leichter. Wenn du über
Negativität nachdenkst, analysierst oder sie bekämpfst, dagegen angehst,
bindest du dich in jedem Fall an sie. Das ist nicht der Sinn der Sache.
Aus dem I GING, das Buch der Wandlungen:
Für den entschlossenen Kampf des Guten zur Beseitigung des Bösen gibt es
bestimmte Regeln, die nicht ausser Acht gelassen werden dürfen, wenn man
Erfolg haben will.
1.) Entschlossenheit muss auf einer Vereinigung von Stärke und
Freundlichkeit beruhen.
2.) Ein Kompromiss mit dem Schlechten ist nicht möglich; es muss unter
allen Umständen offen diskreditiert werden.
Ebenso dürfen auch die eigenen Leidenschaften und Fehler nicht
beschönigt werden.
3.) Der Kampf darf nicht direkt durch Gewalt geführt werden. Wo das Böse
gebrandmarkt ist, da sinnt es auf Waffen, und wenn man ihm den Gefallen tut,
es Schlag gegen Schlag zu bekämpfen, so zieht man den kürzeren, weil man
dadurch selbst in Hass und Leidenschaft verwickelt wird. Darum gilt es, beim
eigenen Haus anzufangen: persönlich auf der Hut zu sein vor den
gebrandmarkten Fehlern. Dadurch stumpfen sich die Waffen des Bösen von
selbst ab, wenn sie keinen Gegner finden. Ebenso dürfen auch eigene Fehler
nicht direkt bekämpft werden. Solange man sich mit ihnen herumschlägt,
bleiben sie immer siegreich.
4.) Die beste Art, das Böse zu bekämpfen ist energischer Fortschritt im
Guten.
Umgang mit Emotionen und Gedanken.
Wenn wir an Intelligenz denken, so beziehen wir uns meistens auf unseren
verbalen Intellekt, unser Denksystem. Doch gibt es ganz klar eine grössere
Intelligenz die alldurchdringend ist. Wir sind davon nicht ausgeschlossen,
wir sind miteinbezogen. Wir können diese Intelligenz in allen Details
wahrnehmen, in der Natur, in unserem Körper, in der ganzen Welt. Nur sind
wir meistens mit unserem inneren Dialog so sehr beschäftigt, dass wir nichts
mehr sehen und erkennen.
Gedanken sind aus Worten gebildet. Gebrauche das Wort „Desinteresse“ „kein
Interesse „ Entschliesse Dich dazu, dem Negativen kein Interesse mehr zu
geben. Richte Deine Aufmerksamkeit bewusst auf alles, was für Dich gut ist.
So wirst du stark. Du hast den Power, die Kraft, das Potential, Dein eigener
Medizinmann zu werden. Sei glücklich und übe jeden Tag Deinen Geist zu
meistern.
Über Probleme nachzudenken hilft nicht. Wenn man 200 kg auf dem Kopf tragen
müsste, könnte man auch über keinen Witz mehr lachen. Da man sich oft nicht
bewusst ist, welche Art von Gedanken man gerade denkt, gibt es einen sehr
guten Anhaltspunkt, um sie sich bewusst zu machen, da sie sich immer auf
einen selbst auswirken: Jedes Gefühl von Enge, Ernsthaftigkeit und Schwere
bedeutet dass wir uns in etwas Negatives eingeschossen haben, in den kleinen
Raum. Bewegen wir uns in den grossen Raum, wird sich das gefühlsmässig immer
durch eine gewisse Leichtigkeit und Heiterkeit auszeichnen. Raum gibt
Abstand, mehr Möglichkeiten, ermöglicht tolerantes Verhalten etc. Je eher
wir bemerken, worin wir stecken, desto schneller können wir uns davon
befreien. Dazu dient auch folgende Übung: Schreibe einen Tag lang auf, in
welchen Stimmungen und Gedankengängen du dich befindest, uns stelle fest, in
welche Kategorie entsprechende Gedanken gehören, sind sie positiv, wie etwa
mitfühlende, kreative, enthusiastische, freundliche, grosszügige, lustige,
offenherzige, phantasievolle Motive, oder sind es kleinliche, kritisierende,
pessimistische, urteilende, intolerante, traurige, anklagende etc. etc. Das
unterstützt die Bewusstwerdung und schafft Abstand zu inneren Vorgängen, die
sich meist automatisch vollziehen. Eine Freundin hat einen Stein mit zwei
Seiten, einer dunklen und einer hellen, auf ihrem Schreibtisch liegen, und
wenn sie bemerkt, das sie sich wieder einmal festgefahren hat, sieht sie den
Stein und dreht ihn um! Jedes Ding lässt sich von zwei Seiten betrachten,
das gilt immer. Es geht hier nicht darum etwas zu beschönigen oder zu
verdrängen, sondern immer auch das Gute in allem Geschehen zu entdecken.
Wenn wir unsere Schwächen erst einmal angenommen, sie uns eingestanden
haben, können wir sie leichter überwinden. Akzeptanz dessen wie die Dinge
bestellt sind und Nachgiebigkeit, sind immer der erste Schritt, den
Widerstand aufzugeben. Jede Situation entsteht aufgrund bestimmter Ursachen
in die wir keinen umfassenden Einblick haben, wir können nur davon ausgehen,
das etwas so ist wie es ist. Durch Erfahrung lernen wir Schwierigkeiten
gelassen gegenüber zu stehen, und mehr Toleranz zu entwickeln!
Hierzu eine sehr intelligente Parabel, welche die Natur des Lebens vollendet
veranschaulicht: Ein armer Bauer hat nur einen wertvollen Besitz, ein Pferd.
Eines Tages läuft dieses Pferd davon. Der Nachbar kommt und beklagt seinen
grossen Verlust. Der Bauer hört es sich an, und zuckt darauf mit den
Schultern: „Ist es gut, ist es schlecht?“ Am nächsten Tag kehrt das Pferd
zusammen mit einer ganzen Herde von Wildpferden zurück. Der Nachbar kommt
wieder herbeigelaufen und begrüsst überschwänglich sein grosses unerwartetes
Glück. Der Bauer hört es sich an, zuckt wieder mit den Schultern und sagt:
“Ist es gut, ist es schlecht..?“ Daraufhin bricht sein Sohn sich eines Tages
beim Zureiten eines der Wildpferde ein Bein. Wieder kommt der Nachbar
herbei, schimpft über das Unglück und der Bauer antwortet wieder mit: “Ist
es gut, ist es schlecht?“ Ein Krieg bricht aus, der Sohn des Bauern wird als
einziger nicht eingezogen, da er untauglich ist aufgrund seines Beinbruches.
Der Nachbar lässt nicht lange auf sich warten, eilt herbei und
beglückwünscht ihm zu diesem segensreichen Umstand. Der Bauer zuckt
wiederholt die Schultern, mit denselben Worten: “Ist es gut, ist es
schlecht...?“usw.
Diese Geschichte zeigt sehr gut, wie wenig wir in der Lage sind, zum einen
Kontrolle über unser Leben auszuüben, zum anderen, wie eine ausgeglichene
Haltung den Geschehnissen unseres Lebens gegenüber angebracht ist, aufgrund
der immer wechselnden Umstände. Solange wir Glück, Erfolg, Zufriedenheit
etc. nur im Aussen suchen, müssen wir früher oder später scheitern. Je eher
wir das begreifen, desto glücklicher können wir uns schätzen. Im weiten Raum
der Möglichkeiten unseres inneren Potentials aufzugehen ist die einzig
beständige Lösung.
In was kann ein Mensch immer Zuflucht finden ???
Vor einigen Jahren war ich mit meinen Töchtern auf einer Reise in Indien.
Wir haben die Yogalehrerin Gurumayi Chidvilasananda in Ihrem Ashram besucht.
Eines nachts hat uns Gurumayi auf einen Hügel gebracht , wir mussten uns
alle um ein Lagerfeuer setzen. Wir schauten in das Feuer und Gurumayi stand
etwas abseits in der Dunkelheit und stellte uns eine Frage : " In was kann
ein Mensch immer Zuflucht finden ??? " Alle möglichen Antworten gaben wir ,
aber mit keiner war Sie zufrieden. Die Antwort die Sie hören wollte war :
"In der Dankbarkeit kann ein Mensch immer Zuflucht finden "
Anfangs konnte ich mit dieser Antwort nicht viel anfangen, ich nahm sie
einfach zur Kenntnis. Einige Tage später war ich an einem Fest, aber anstatt
mich zu erfreuen war ich auf jemanden richtig wütend. Wut ist eine Emotion
die einem keine Freiheit lässt. Ich wollte mich am Fest erfreuen und wollte
meine Wut auf die Seite schieben. Das ist mir nicht gelungen , und so
erinnerte ich mich an die Möglichkeit, in der Dankbarkeit Zuflucht zu
finden. Wut und Dankbarkeit sind aber zwei ganz entgegengesetzte Gefühle.
Wie kann ich Dankbarkeit empfinden wenn ich wütend bin ??? In der Emotion
habe ich eine sehr begrenzte Freiheit in so einer Situation. In der Auswahl
der Worte meiner Gedanken habe ich aber immer volle Freiheit. Und so habe
ich angefangen, innerlich zu rezitieren für was ich alles dankbar bin.
Ich bin dankbar dass der Schnee weiss ist,
Ich bin dankbar dass die Bäume grün sind.
Ich bin dankbar dass mein Kissen weich ist.
Am Anfang waren es nur nebensächliche Gedanken, aber mit der Zeit wurde der
Inhalt immer reicher.
Ich bin dankbar dass ich etwas lernen kann.
Ich bin dankbar dass es Menschen gibt die ich gerne habe.
Ich bin dankbar dass es Menschen gibt die mich gerne haben.
Ich bin dankbar dass ich hier bin. usw.
Nach einigen Minuten dieser gedanklichen Übung war ich von Glück und
Dankbarkeit überschwemmt.
Von der Wut keine Spur mehr.
Erinnere dich an diese Übung.
Gedanken der Dankbarkeit geben dir die Möglichkeit, dich vollkommen
umzupolen. Du wirst auch erstaunt sein für wie viele Sachen du dankbar sein
kannst.
Versuche es
Von Sogyal Rinpoche :
1.
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich bin verloren ... Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen .
2.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.
3.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein...aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.
4.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.
5.
Ich gehe eine andere Strasse.
Identifikation:
DAS BEISPIEL VOM OZEAN UND DEN WELLEN.
Unendlich viele Wellen gibt es im Ozean, und alle sagen, flüstern oder
schreien : Ich ... Ich ... Ich ...Es gibt mächtige Wellen, grosse und kleine
aber auch unscheinbare. Alle Wellen haben ihre Einzigartigkeit. Jede Welle
hat ihr Hoch und ihr Tief. Manche Wellen fühlen sich bedroht von anderen
Wellen, sie zischen: warum kommst du mir so nahe. Andere wiederum flüstern,
„warum bleibst du mir so fern.“ Die Wellen geniessen es, wenn sie sich hoch
aufbäumen, wenn sie sich überschlagen und sich im Schaum verlieren; haben
aber auch Angst, auf einer Klippe zu zerschellen oder auf einem Strand
auszulaufen.
Nur diejenigen Wellen die schon einmal eine Windstille erfahren haben,
wissen dann für immer : „Ich manifestiere mich jetzt als Welle, aber meine
wahre Natur ist der Ozean, ich bin der Ozean . Ich bin der Ozean in all
seiner Grösse und Tiefe.
Diese neue Identität gibt den Wellen eine grosse Freude und eine grosse
Sicherheit, sie verlieren die Angst und können so alle Phasen ihres ewig
wandelnden Daseins voll erleben. Sie versuchen aus Freude, Liebe,
Anteilnahme und Mitgefühl den anderen Wellen mitzuteilen: Du bist nicht nur
diese kleine Welle, Du bist der Ozean. Der Ozean ist Deine wahre Grösse.
Erfahre Deine wahre Natur in der Windstille, das gibt Dir die Möglichkeit,
Deine eigene Grösse und Schönheit zu erkennen .
Habe keine Angst, eine Windstille dauert nur kurze Zeit, mit dem Wind geht
Dein Dasein als Welle in all seinen Phasen weiter, aber mit einem neuen
Bewusstsein. Doch die meisten Wellen erkennen nicht den Wert der Windstille,
sie haben sogar grosse Angst davor, sich zu verlieren. Meditation ist die
Windstille. Lachen und Weinen gehen weiter, aber eine zentrale Erfahrung in
Dir bleibt, die Dir nichts und niemand nehmen kann. Liebe, Freude,
Anteilnahme, Mitgefühl, Kraft und Friede wachsen innerlich. Du wirst frei.
A wave in the sea, seen in one way, seems to have a distinct identity, an
end and a beginning, a birth anda death. Seen in another way, the wave
itself doesn’t really exist but is just the behavior of water, “empty” of
any separate identity but “full” of water. So when you really think about
the wave, you come to realize that it is something that has been made
temporarily possible by wind and water, and is dependent on a set of
constantly changing circumstances. You also realize that every wave is
related to every other wave
Sogyal Rinpoche
Yoga bringt den Geist zur Ruhe.
Dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur.
Sonst identifiziert sich der Sehende mit den veränderlichen Inhalten des
Geistes. Patanjali
Der Begriff „Ich“
Der Begriff „Ich“ ist ein einfacher Ausdruck bei dem jeder weiss, was man
damit meint. Doch wenn man die Sache genauer analysiert, können wir
feststellen, dass nicht jeder Mensch die gleiche Art der Ich-Identifikation
hat. Wenn man jemand fragt, was er mit „Ich“ meint, so wird er sehr
wahrscheinlich verschiedene Sachen aufzählen: Körper, Geschlecht, Name,
Schule, Beruf, Besitz, soziale Stellung, Ideologie, Partei, Religion, Rasse,
Familie, usw. Wenn wir das genauer betrachten, ist das eine Art der
Ich-Identifikation auf der Basis der Erfahrung und des Habens.
Bewusstseinsentwicklung bedeutet, dass die Ebene des Seins, des
Bewusstseins, der Liebe oder der innere Raum (verschiedene Arten das gleiche
auszudrücken) den Hauptplatz einnehmen in unserer Ich-Identifikation. Wenn
wir keine Kenntnis haben von unserem eigenen Sein, haben wir keine Basis,
das Leben macht uns Angst, alles ist Kampf, weil unsere Identität ständig in
Gefahr ist.
Wir identifizieren uns auf der Basis unserer Erfahrungen.
Wir sind mit der Welt in Verbindung durch unsere Sinneswahrnehmungen, die
also ganz entscheidend sind für unseren Identifikationsprozess.
Jede Erfahrung hat 3 Aspekte:
1°
Subjekt
>
2° Wahrnehmungsprozess
>
3° Objekt
1°
Der Sehende
>
2° Das Auge
>
3° Das Objekt der Betrachtung
1°
Das Bewusstsein
>
2° Die Sinne
>
3° Die Welt
Unsere wichtigste
Identifikation sollte unser Bewusstsein sein.
Leider entzieht sich das Bewusstsein normalerweise unserer Aufmerksamkeit.
Erstens ist es immer stille, zweitens alles, was wir betrachten können
gehört zu dem Bereich der Objekte der Betrachtung. Auch unsere Gedanken
entstehen zwar aus unserem Bewusstsein,
sie kommen und gehen wieder. Wir aber, unser Bewusstsein, ist der ewige
Zeuge. Wir sind nicht nur die Gedanken und Gefühle, sondern wir sind auch
der stille Zeuge unserer Gedanken und Gefühle.
Ein Mensch also, der sein eigenes Bewusstsein nicht kennt, hat eine
unvollständige Identität. Es fehlt im seine eigene Basis.
Er identifiziert sich nur mit Aeusserlichkeiten.
Meditation und Liebe geben dir die Möglichkeit Dein eigenes Bewusstsein zu
erfahren. So wirst du stark.
Sei glücklich, und übe jeden Tag Deinen Geist zu meistern.
Du hast den Power, die Kraft, das Potential, Dein eigener Medizinmann zu
werden.
Ob Du Dich als Atheist oder als Christ oder Muslim. . . . . definierst macht
für mich keinen grossen Unterschied, es sind sowieso nur Konzepte, Bilder,
Darstellungen. Mit einer Taschenlampe können wir die Sonne nicht erleuchten,
mit unserem Geist können wir Begriffe der Unendlichkeit nicht erfassen.
Gedanken wie Raum und Zeit, Leben und Tod können wir nicht fertig denken,
sie übersteigen unsere Möglichkeiten. Dein Weltbild ist immer nur eine
Darstellung, eine Karte, ein Orientierungsbedürfnis Deines Geistes. Mit
Sicherheit sind unsere Konzepte immer begrenzt und darum auch falsch.
Wichtiger als Deine Selbstdefinition ist die Erfahrung die Du von Dir selber
machst. Du kennst Deinen Geist durch das permanente zuhören Deines inneren
Dialoges, der Worte die sich bilden und denen Du Deine ungeteilte
Aufmerksamkeit widmest. Du selber bist aber nicht Deine Gedanken, Konzepte,
Meinungen, denen du zuhörst von Morgen bis Abend. Du bist nicht das Gehörte
sondern der Hörende. Du bist nicht das Gesehene sondern der Sehende. Du bist
nicht die Inhalte Deines Geistes sondern das reine Bewusstsein und wenn Du
Deine Augen schlisst und in Deine innere Stille tief eindringst dann erlebst
Du Dich selber, Deine innere Stille, Dein stilles Bewusstsein als heilig als
Göttlich. Und diese Erfahrung ist ganz unabhängig von Deinen Definitionen
als Atheist oder als Christ oder Muslim. . . . .
DAS AQUARIUM MIT DEM GOLDFISCH
Das Wasser im Aquarium ist nicht ganz sauber, so dass der Fisch sich nicht
ganz wohl fühlt. Anstatt den Dreck zu bekämpfen ist es praktischer und
einfacher frisches Wasser nachzugiessen. Sauberes reines frisches Wasser
wird ins Aquarium gegossen, und das verunreinigte Wasser fliesst ab. Man
kann das nicht in einmal machen, da jedes Mal beim Eingiessen Wirbel
entsteht, das alten abgelagerten Dreck aufsteigen lässt. Für einen kurzen
Moment geht es unserem Goldfisch also noch schlechter. So braucht es Geduld;
jeden Morgen und jeden Abend einen kleinen Krug frisches Wasser. Mit der
Zeit wird die Lebensqualität unseres Goldfisches immer besser. Der Krug den
wir dazu gebrauchen ist Nebensache, er muss nur praktisch und handlich sein.
Was wirklich wichtig ist, ist das reine Wasser und das geduldige und
systematische Vorgehen. Das reine Wasser ist die Erfahrung Deines eigenen
Bewusstseins. Der Krug stellt die kulturelle Form dar, die es Dir möglich
macht. Der Wirbel der dadurch entsteht, stellt den unumgänglichen
Reinigungsprozess des Systems dar. Diese Stresslösungen können sich auf
emotioneller Ebene, auf intellektueller oder körperlicher Ebene abspielen.
Dieser Reinigungsprozess ist wünschenswert, leider aber immer unangenehm.
Doch frage einen jeden der auf irgend einem Pfade der Selbsterkenntnis an
sich gearbeitet hat, er wird Dir sagen :
habe keine Angst, es lohnt sich tausendmal.
Unser Film
Wir alle haben Meinungen, die wir uns durch unsere Erfahrungen aufgebaut
haben. Sie sind uns nützlich, weil sie uns eine Richtlinie geben, doch
gleichzeitig sind sie auch unser Gefängnis durch ihre Begrenztheit. Wir
haben immer nur unseren Gesichtspunkt, wo es doch logischerweise tausend
andere Möglichkeiten der Betrachtung gibt.
Vor einigen Jahren bin ich in eine unangenehme Situation geraten, in der mir
meine Meinung zum Hindernis wurde. Es war mir möglich, zu erkennen dass die
Emotion in Verbindung mit meinen Meinungen verhinderte, eine umfassendere
und vollständigere Betrachtungsweise zu erlangen. Ich konnte aber meine
Meinung nicht einfach unter den Tisch wischen. Diese Problematik, die für
mich sehr schmerzvoll war,
hat ziemlich lange angedauert bis mir eines Tages ein erlösender Gedanke
kam. „Da mir ja die Meinungen von Herrn Rossi, Herrn Müller und Herrn Bünzli
gleichgültig sind, gibt es eigentlich gar keinen Grund, der Meinung von
Herrn Altepost mein ganzes Interesse zu widmen“.
Ich konnte meine Meinung behalten, da ich ihr jedoch nicht mehr mein volles
Interesse gab, hat sie mich freigelassen. Was ich damit sagen will ist dass
es auf der einen Seite wichtig ist, sich eine Meinung zu bilden,
gleichzeitig aber nicht alles so todernst zu nehmen.
Gedanken
Unser Gedankensystem ist hauptsächlich akustisch, teilweise auch visuell.
Die meisten Leute aber denken akustisch. Gedanken sind aus Worten gebildet,
Worte sind aus Buchstaben gebildet und Buchstaben sind Töne. Wir hören also
innerlich unseren Gedanken zu. Dies zu bemerken gibt Dir die Möglichkeit, zu
erkennen dass Du der Hörende bist und nicht das Gehörte. Diese
Unterscheidung dient nur zur Klarstellung unserer Identität, denn natürlich
sind Gedanken einfach Dein Bewusstsein in Bewegung. Gebe Deinem stillen
reinen Bewusstsein mehr Aufmerksamkeit als Deinen Gedanken.
Ich hoffe dass Du angefangen hast, bewusst Deine Aufmerksamkeit auf das zu
lenken, was für Dich angenehm ist.
Unser Geist nimmt die Form an vom Objekt unserer Aufmerksamkeit. Um das
besser zu erklären, mache ich Dir einige einfache Beispiele: Wenn Du einige
Stunden Tetris spielst auf dem Nintendo, wirst Du bemerken, wie Dein Geist
diese Gedankenform übernommen hat.
Hast Du aufgehört zu spielen, funktioniert Dein Geist weiter auf dieser
Ebene. Die gleiche Erfahrung kannst Du machen, wenn Du einige Stunden auf
einer Play Station auf dem Video spielst, oder wenn Du ein interessantes
Buch liest. Wenn Du Dir einen Porno ansiehst, übernimmst Du eine
Gedankenform die, noch weiter funktioniert auch nachdem Du den TV abgestellt
hast. Das, um zu erläutern wie der Geist die Form des Objekts der
Betrachtung annimmt. Da jede Gedankenform ihre eigene Energie hat, ist es
für uns vorteilhaft, unsere Aufmerksamkeit auf das zu richten, was für uns
angenehm und gut ist. Das ist eigentlich etwas ganz einfaches, womit jeder
Mensch einverstanden sein kann. Komischerweise aber lieben es die Menschen
sehr oft, ihre Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was ihnen nicht gefällt,
z.B. kritisieren. Darum müssen wir bewusst wählen, auf was wir unsere
Aufmerksamkeit richten. Unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere
Einstellung können die ganz realen und konkreten Geschehnisse unseres Lebens
beeinflussen. Du hast sicher schon gesehen dass wenn man eine gute Stimmung
hat, einem die richtigen Sachen im richtigen Moment passieren. Die Natur
unterstützt Dich. Stehst Du hingegen irgendwie quer zum Leben mit schlechter
Einstellung, dann unterstützt Dich die Natur auch, aber mit einem Ziegel auf
dem Kopf. Dieses Beispiel ist natürlich eine grobe Vereinfachung, die
unvollständig ist, vieles könnte man darüber sagen, aber im grossen und
ganzen zeigt es eine gewisse Gesetzmässigkeit. Nicht umsonst sagt ein
Sprichwort: Wie Du in den Wald rufst, schallt es zurück.
Gefühle Wenn Du negative Energien erlebst wie Aggression, Wut,
schlechte Laune usw., hast Du verschiedene Möglichkeiten diese Energien zu
Deinen Gunsten umzuwandeln. Eine Emotion, ein Gefühl wird für Dich
unangenehm erst von dem Moment an, wo Du Dich dagegen wehrst. Fühlst Du in
Dir eine Energie oder Emotion aufsteigen, wie Aggression, Eifersucht,
Traurigkeit, usw, so kannst Du diese umwandeln. Erkenne die Energie und
bedanke Dich dafür. Bedanke Dich und akzeptiere diese Energie auch wenn sie
noch so schlecht anzufühlen ist. Tauche voll in diese Energie ein, aber
distanziere Dich, löse Dich ganz von der Ursache die diese Energie
hervorgerufen hat. Löse Dich von der „Geschichte“ und tauche voll in das
Gefühl. Dieses Akzeptieren der Energie, sich aber lösen von der Ursache
musst Du verschiedene Male wiederholen. Du musst das einüben.
Es ist nicht einfach.
Du wirst aber mit Erstaunen erleben können, dass die Energie sich in Freude
und Liebe wandelt.
Du kannst es ausprobieren, es ist hilfreich und wirksam.
Du lernst viel über Dich selber.
Du wirst Dein eigener Medizinmann werden.
Eine andere Methode mit Negativitäten umzugehen ist, sich zurückzuziehen.
Tauche in Deinen inneren Raum ein und Du wirst Dich beruhigen. Du wirst noch
eine Zeit lang weiter schimpfen, aber Du kommst zur Ruhe. Die Gedanken
werden weiterhin kommen aber Du kannst sie laufen lassen ohne ihnen deine
volle Aufmerksamkeit zu geben. Ein wenig wie eine Radiosendung bei der man
nicht genau zuhört. Eine gute und ruhige Musik oder ein Gesang kann Dir auch
helfen in Deinen inneren Raum zu gelangen. Auch das Wiederholen vom Mantra
OM NAMAH SHIVAYA, was bedeutet, ich verneige mich vor dem Bewusstsein, kann
Dir dabei hilfreich sein. Das Mantra ist sehr mächtig. Du wirst Dein eigener
Medizinmann werden.
Meditation
Den Schatz den ich fand, kann nicht mit Worten beschrieben werden.
Der Geist kann ihn nicht fassen.
Mein Geist fiel wie ein Hagelkorn in die riesige Weite des Bewusstseins.
Als ich einen Tropfen davon berührte, schmolz ich hinweg und wurde eins mit
dem Absoluten.
Und selbst nun, da ich zum menschlichen Bewusstsein zurückkehre, sehe ich
nichts, höre ich nichts, das nicht göttlich ist.
Ich weiss, dass nichts von mir verschieden ist. Shankaracharya
Wenn Du Dich jeden Tag daran erinnerst Deine Aufmerksamkeit auf Deinen
Inneren Raum, dein reines stilles Bewusstsein zu richten, wird Dein Leben
eine reiche, volle und gute Erfahrung.
Meditation, was bedeutet das? Meditation ist ein Prinzip. Das Prinzip der
Innenschau, um von allem worin wir verstrickt sind und Abhängigkeit
empfinden, frei zu werden. Es ist ein selbsttätiger Vorgang, der am besten
durch Anleitung eines erfahrenen Lehrers initiiert wird. Es ist ein
einfacher, müheloser, natürlicher Vorgang, bei dem wir unser Selbst besser
erfahren, die Natur unseres inneren und innersten Wesens. (Egozentrik ist
der eine zu nennende Ursachenfaktor für allen Schaden. Das Selbst liegt dem
Ego zugrunde, seine Erfahrung löst die Enge des Egos auf). Die Psychologie
gibt uns heutzutage Aufschluss darüber, das wir nur 5-10% unseres geistigen
Potentials nutzen. Das übrige Potential können wir erschliessen, indem wir
unser Bewusstsein dorthin lenken, wo bisher keine Bewusstheit existiert,
also in unser sogenanntes Unterbewusstsein. Unsere Probleme tauchen aus
unserem Unterbewusstsein auf, ihre Entstehung ist uns nicht bewusst. Die
Dinge deren wir uns bewusst sind, sind nie das Problem. Deshalb ist es unser
Anliegen, bewusster zu werden. Meditation bedeutet ganz einfach Licht ins
Dunkel zu bringen. Um das Unbewusste ins Bewusstsein zu bringen, müssen wir
hinein tauchen, nach innen schauen, tiefer und tiefer. Dieser Vorgang nennt
sich Meditation, zum Kern der Sache vorstossen, Grenzen überschreiten. Es
ist ein selbsttätiger Vorgang, wir gehen mit unserer Aufmerksamkeit nach
Innen. Es gibt Methoden, die aus alten überlieferten Traditionen stammen,
die uns Anleitung sind, unsere Tiefen auszuloten. Meditation ist ein sehr
praktisches und wertvolles Werkzeug, um bewusster und damit selbständiger zu
werden. Da das Unterbewusstsein einen grossen Teil unseres Seins darstellt
und zudem seiner Natur nach träge ist, ist es notwendig mit Ausdauer, Geduld
und Regelmässigkeit "einzutauchen", Licht ins Dunkel zu bringen, und
allmähliche Fortschritte zu erzielen, da die Integration der Erfahrungen
notwendig ist. Ehrgeiz ist hier nicht angesagt. Dafür eigenen sich
systematische Methoden die dies bewirken. Werkzeuge sind da um sie zu
benutzen, um ein erwünschtes Ergebnis zu erzielen. Meditation ist in diesem
Sinne Gold wert. Wir meditieren, um den Geist zu beruhigen, um unser
Bewusstsein zu erfahren. Wenn Du nicht meditierst, besteht die Tendenz, dass
die Probleme Dich gefangen nehmen, Du kannst Dich darin verlieren. Wenn Du
meditierst, hast Du eine grössere Distanz dazu, Du musst Dich nicht mehr mit
den Problemen identifizieren. Die Probleme gehören zum Bereich Deiner
Erfahrungen und wandeln sich in Aufgaben.
Im Prozess der Bewusstseinsentwicklung, der Meditation, gehen wir
verschiedene Reinigungsprozesse durch, die nicht immer angenehm sind. Alte
Emotionen können hochsteigen, alte Schmerzen können gegenwärtig werden,
Tränen können kommen. Doch das ist die Art, wie wir uns davon trennen. Wir
müssen mit uns geduldig sein, und Vertrauen haben. Die Entwicklung führt zu
immer grösserer innerer Freiheit, Zufriedenheit und Liebe. Das Leben wird
einfacher, Du kannst es besser geniessen.
Dein Bewusstsein ist vollkommen und rein und unberührt von allem.
mp3
In Deinem Bewusstsein ist , wie bei jedem Menschen, alles vorhanden um die
Mängel, die aus Deiner Vergangenheit stammen auszugleichen. Wende Dich an
Dein eigenes Bewusstsein um Deine Jugend und Dein Leben in Ordnung zu
bringen. Du musst Dein eigener Doktor sein. Versuche so viel wie möglich mit
Deinem Bewusstsein in Kontakt zu bleiben. Lasse Dich von ihm führen in
Deinem Wachstum zu mehr Freude, Freiheit, Frieden, Glück und Liebe. Nimm
dies ernst! Sonst läufst Du Gefahr, dass Du Dich verlierst. Andere Menschen
können Dir höchstens helfen, aber der Einzige, der wirklich etwas machen
kann, bist Du.
Nutze Dein Potential, achte Dein Selbst, ehre Dein Selbst, liebe Dein Selbst
und lasse Dich von ihm in Deinen Handlungen leiten.
Lerne Mitgefühl und Anteilnahme für Deine Mitmenschen zu empfinden. Behandle
Deine Mitmenschen so, wie Du auch gerne behandelt werden möchtest.
Erlaube deinem Geist, nach innen zu gehen, immer wieder,
um seine eigene innere Stille zu erfahren.
Wenn du das tust, leuchtet das göttliche Licht auf,
das du als das Licht
deines eigenen Herzens wahrnimmst. Gurumayi Chidvilasananda
Stationäre Einrichtung der
Drogen Suchthilfe
Seit 1991
haben wir hier, in Sala Capriasca, im Tessin, in der Schweiz, eine kleine
Lebensgemeinschaft, die der Suchthilfe und Krisenhilfe dient. Zehn km von Lugano
entfernt leben wir auf dem Lande in der Natur, mit Weitblick über das Tal.
Den Tag beginnen wir mit einer Stunde Yoga, mit Meditation und Mantra. Am
Nachmittag töpfern wir im Keramikatelier an der Drehscheibe. Es ist eine
freundschaftliche Gemeinschaft, wo aber doch jeder seinen eigenen Raum hat.
Der Rhythmus des täglichen Yogaprogramm und der täglichen kreativen Arbeit
ermöglicht es Dir Deinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen, Dich selber neu zu
erkennen und Deinem Leben grössere Bewusstheit und Freiheit zu geben.
WARUM MEDITATION IN DER SUCHTHILFE NÜTZLICH IST.
Die erste Betrachtung ist die Einfachste. Meditation lässt uns ganz
natürlich einen Zustand tiefer Ruhe erfahren. Ein Mensch der Probleme hat,
hat sicher auch immer einen unruhigen Geist. Die Meditation gibt ihm die
natürliche medikamentenfreie Erfahrung tiefer Ruhe. Wenn er morgens und
abends meditiert, hat er wenigstens zweimal täglich "Ferien" von seinem
unruhigen Geist. Diese natürliche Ruhe ermöglicht es ihm, Distanz gegenüber
seinen Problemen zu gewinnen. Die Probleme wandeln sich in Aufgaben. Mit
einem ruhigeren Geist ist man fähiger mit den eigenen Emotionen umzugehen
und man wird fähiger, seine Aufgaben in Angriff zu nehmen. Die Qualität der
Erfahrung des eigenen Lebens ist ganz stark beeinflusst und abhängig vom
jeweiligen Identifikationsmechanismus, den ein Mensch hat. Die
Identifikation eines Menschen hängt von seinen Erfahrungen ab. Ein Mensch
tendiert, sich nach seinen Erfahrungen zu identifizieren. Jede Erfahrung hat
drei Aspekte: Das Bewusstsein (auch Zeuge oder Sein genannt), die
Sinneswahrnehmung sowie das Objekt der Wahrnehmung. Der wesentlichste Aspekt
eines Menschen ist sein Bewusstsein. Ein Mensch, der Probleme hat verliert
sich aber leider in rein äusserlichen Dingen, er verliert sich in der Welt
seiner Wahrnehmungen. Identifiziert in Aeusserlichkeiten, verliert er sein
Selbstbewusstsein. Er entfremdet sich seiner selbst. Die Welt wird als
feindlich empfunden und das Leben wird für den Betroffenen zum Kampf. Die
tägliche Meditation ist nicht eine intellektuelle Übung, sondern die
Erfahrung der Ruhe und Stille des eigenen reinen Bewusstseins. Der
Identifikationsmechanismus normalisiert sich, die Ebene des Bewusstseins
kommt wieder in den Vordergrund. Die Meditation fördert auf ganz natürliche
Weise eine Entwicklung vom Haben zum Sein. Dies gibt eine ganz neue
Erfahrung, sich selber zu erleben, daraus erfolgt eine wachsende
Selbstsicherheit. Die eigene Adresse ist gefunden. Man lernt durch
Erfahrung, dass Liebe und Glück im eigenen inneren Raum begründet sind.
Diese innere Adresse kann einem niemand mehr nehmen. Wann immer wir in
Schwierigkeiten geraten, haben wir die Methode, den Ausgangspunkt, unser
Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Meditation kann man auch als
eine einfache Methode mentaler Hygiene betrachten. Die tägliche Meditation
hilft uns über die Jahre unsere tiefverwurzelten Abhängigkeiten aufzulösen.
Mit den Jahren können wir feststellen, dass wir auf allen Bereichen unserer
Persönlichkeit kleine aber wesentliche Fortschritte machen, die es uns
ermöglichen unser Leben mit grösserer Ausgeglichenheit und Freude zu
erfahren. Bis heute gehörte die Meditation zu den religiösen Praktiken aller
Kulturen. Heute, wo die Menschheit weniger an Religion interessiert ist,
sollte man aber erkennen, dass die Praxis der Meditation unabhängig von
jeglicher ideologisch - religiöser Richtung eine grosse Nützlichkeit hat für
die mentale Hygiene und die eigene Bewusstseinsentwicklung. Über dieses
Thema kann man Bücher schreiben, als kurze Zusammenfassung kann das genügen.
Ich möchte Ihnen noch kurz schildern, wie ich zu dieser Arbeit gekommen bin.
Normalerweise gelangt man zu solch einer Aktivität über einen sozialen
Beruf, über eine soziale Ausbildung. In meinem Falle ist das ganz anders
gelaufen. Seit nunmehr 40 Jahren interessiere ich mich für Meditation und
Yoga. Schon als 13 - jähriger Bube ging ich in eine Yoga-Schule. Dieses
Interesse blieb immer lebendig bis heute. Einige Schulen und Meister habe
ich kennengelernt in dieser Zeit. 1971 kam mir erstmals der Gedanke, dass
Meditation in der Suchthilfe nützlich sein könnte. 1978 besuchte ich den
kantonalen Regierungsrat Benito Bernasconi, damaliger Chef des
Sozialdepartements im Kanton Tessin, um ihm meine Überlegungen
nahezubringen. Ich übergab ihm auch eine kurze Dokumentation über die
therapeutische Wirkung der Meditation bei Alkohol- und Drogenmissbrauch.
Darauf veranlasste er die Psychiatrische Klinik von Mendrisio ihm einen
Bericht über dieses Thema zu schreiben. Ich hielt darauf einen Vortrag an
der Aerzteversammlung der Psych. Klinik. Zusammen mit dem verantwortlichen
Direktor der Rehabilitationsstelle der Invalidenversicherung organisierte
ich einen Vortrag für alle Fachleute des Sozialwesens im Kanton Tessin. Ich
organisierte auch zwei Vorträge im Kantonalen Gefängnis "La Stampa" über
dieses Thema. Einen Vortrag für das Personal und einen Vortrag für die
Insassen. Diese Vorträge gaben keine sofortigen Resultate, aber heute hält
der jetzige Direktor regelmässig Meditationskurse im Gefängnis ab. Der
damalige Sozialarbeiter des Gefängnisses, Giacinto Colombo, vertraute mir
darauf ein junges Paar mit Suchtproblemen an. Sie blieben drei Monate bei
mir, worauf ich sie aus den Augen verlor. Danach stellte ich eine sehr
umfangreiche Dokumentation zusammen, die ich der Kantonalen Drogenkommission
zur Verfügung stellte. 1979 schrieb ich einen Artikel in die Zeitung
"Politica Nuova" über das Thema "Meditation und Drogenrehabilitation".
Darauf reagierte die Sozialarbeiterin Luisa Caslini, Mitglied der damaligen
Kant. Drogenkommission. Frau Caslini brachte mir eine junge Frau mit grossen
Heroinproblemen. Frau Caslini sagte mir: "Genug der Theorie, jetzt kommt die
Praxis!" Diese junge Frau blieb sechs Monate in meiner Betreuung. Dies war
mein Einstieg in die Suchthilfe. Darauf kamen spontan junge Menschen zu mir
mit der Bitte, Ihnen zu helfen. Von 1981 bis 1990 nahm diese Aktivität bei
mir keine festen Strukturen an. Es war eine unentgeltliche
Nebenbeschäftigung. 1991 hat mich das Jugendgericht Bern angefragt, einen
jungen Mann aufzunehmen. Seither wurde diese Arbeit zu meinem Beruf. Danach
hatte ich ununterbrochen ein bis drei Gäste. Was ich in diesem Bereich
gelernt habe, nahm ich aus der Erfahrung dieser Jahre. Einigen Menschen
verhalf ich so zur vollständigen Suchtfreiheit und sozialen Eingliederung,
bei anderen gelang es mir nur teilweise und wieder andere landeten erneut
auf der Gasse. Mit meiner heutigen Erfahrung glaube ich nicht, dass man
Meditation allgemein in allen Therapiestellen einführen kann. Dazu braucht
es jemand, der eigene langjährige Erfahrung damit hat. Auch muss er an den
Menschen interessiert sein und nicht nur an seiner Technik. Was ich hingegen
jeder Therapiegemeinschaft herzlich empfehlen könnte, ist das tägliche
Singen, insbesondere das Mantra-Singen. Singen ist etwas so Einfaches, aber
absolut Geniales in seiner Auswirkung. Jeder Mensch lernt so seine Gefühle
fliessen zu lassen. Für das Herz hat es eine wohltuende und heilende
Wirkung. Ein Tag, der mit Singen angefangen hat, ist ein besserer Tag!
Heute haben wir die Anerkennung vom Sozialdepartement des Kanton Tessin als
Stationäre Einrichtung der Suchthilfe.
EINE EINFÜHRUNG FÜR ALLE GÄSTE
FÜR
DAS GUTE ZUSAMMENLEBEN IN DIESEM HAUSE.
Als Gast bist Du herzlich
willkommen. Für das gute Zusammenleben einer kurzen oder langen Zeit ist es
wichtig, dass Du über einige Grundgedanken informiert bist. Es handelt sich
dabei eigentlich um ganz normale und einfache Richtlinien des
Zusammenlebens. Dieses Haus ist kein Hotel, Jugendherberge, Heim oder
Ferienclub. Es ist ein Privathaus das der Bewusstseinsentwicklung und der
Suchthilfe dient. Im idealsten Falle ist es ein kleines Ashram. In diesem
Hause leben wir zusammen. Für ein gutes Zusammenleben ist es wichtig, dass
Du Dich am Tagesablauf beteiligst. Wir stehen am früheren Morgen auf. Da das
Haus der Bewusstseinsentwicklung dient, haben wir jeden Morgen ein Programm.
Wir kochen zusammen, wir essen zusammen und halten das Haus zusammen sauber.
Am Nachmittag arbeiten wir im Keramikatelier oder im Garten. Anfangs werden
wir jeden Tag zusammen bestimmen was Deine Aufgabe ist. Da das Haus der
Suchthilfe dient, sind keine harten aber auch keine leichten Drogen
geduldet. Auch kein Alkohol. Nur auf der Terrasse kann geraucht werden. Beim
Musik hören regle bitte die Lautstärke so, dass die anderen Mitbewohner auch
noch Musik hören können. Bitte benutze Deine Musik nicht als Psychoterror.
Liebst Du es laut, so benutze dazu bitte die Kopfhörer. Beschlagnahme den TV
abends bitte nicht nur für Dich alleine. Das Telefon ist normalerweise
gesperrt, doch kannst Du telefonieren solange Du die Gespräche kurz hältst.
Hast Du Telefongespräche, die länger als 5 Minuten dauern, so bitte ich
Dich, sie selber zu bezahlen. Es ist auch wichtig, dass Dein Zimmer
ordentlich und schön ist. Dafür musst Du sorgen, sonst leidet die
Gesamtatmosphäre des Hauses. Ein schönes Zimmer ist auch für Dich wichtig.
Es ist wichtig, dass die Energie des Hauses stark und gut ist. Beteiligst Du
Dich mit ganzem Einsatz, so haben wir das erreicht. Respektiere das Haus in
seiner Funktion. Sei Dir bewusst, dass die Zeit die Du hier verbringst
wichtig und wertvoll ist. Verliere bitte nicht Deine Zeit sondern nutze sie
voll aus. Solltest Du Dich durch diese Richtlinien in Deiner Freiheit
eingeengt oder unwohl fühlen, so sollst Du Dir keine Gewalt antun und eine
andere Wohnmöglichkeit finden. Ich hoffe, dass Du diese Richtlinien des
Zusammenlebens verstehen und akzeptieren kannst und heisse Dich mit Liebe
und Respekt willkommen. Ich wünsche Dir eine gute, schöne, segensreiche,
friedliche, erholsame, kreative und aufbauende Zeit in diesem Haus. Lass es
Dir gut ergehen.
Erlaube deinem Geist, nach innen zu gehen, immer wieder,
um seine eigene innere Stille zu erfahren.
Wenn du das tust, leuchtet das göttliche Licht auf,
das du als das Licht
deines eigenen Herzens wahrnimmst. Gurumayi Chidvilasananda
Den Schatz den ich fand, kann nicht mit Worten beschrieben werden.
Der Geist kann ihn nicht fassen.
Mein Geist fiel wie ein Hagelkorn in die riesige Weite des Bewusstseins.
Als ich einen Tropfen davon berührte, schmolz ich hinweg und wurde eins mit
dem Absoluten.
Und selbst nun, da ich zum menschlichen Bewusstsein zurückkehre, sehe ich
nichts, höre ich nichts, das nicht göttlich ist.
Ich weiss, dass nichts von mir verschieden ist. Shankaracharya
Ta musique incite mon âme à
danser;
j'entends Ta flûte dans le murmure du vent;
les vagues de la mer conservent le rythme de Tes pas dansants.
A travers toute la nature, j'entends jouer Ta musique mon Bien-Aimé;
tout en dansant, mon âme chante sa joie. Hazrat Inayat Khan
Deine Musik regt mich zum Tanzen an;
im Säuseln des Windes vernehme ich Dein Flötenspiel;
die Wogen des Meeres bewahren den Rhythmus Deiner tanzenden Schritte.
In der ganzen Natur vernehm'ich Deine Musik,
mein Geliebter; im Tanze verkündet meine Seele in Liedern ihre Freude. Hazrat Inayat Khan
May all beings have happiness, and the causes of happiness;
May all be free from sorrow, and the causes of sorrow;
May all never be separated from the sacred happiness which is sorrowless;
And may all live in equanimity, without too much attachment and too much
aversion,
And live believing in the equality of all that lives.
As long as space endures,
And as long as sentence beings exist,
May I, too, remain,
To dispel the misery, of the world. Shantideva
Aussi longtemps qu'existera l'espace,
Aussi longtemps qu'il y aura des étres,
Puissé-je moi aussi demeurer
Pour dissiper la douleur du monde Shantideva
So lange der Raum besteht,
so lange es lebende Wesen gibt,
Möge auch ich hier verbleiben
um das Leiden der Welt zu lindern Shantideva
Die Schweizer
Drogenpolitik beruht auf vier Säulen.
Prävention - Therapie - Schadenminderung - Repression.
Die Schweiz verfolgt in der Drogenpolitik einen Mittelweg zwischen
Repression und Therapie. Der illegale Drogenhandel wird bekämpft. Daneben
soll aber den Drogenabhängigen die Möglichkeit offen stehen, dem Drogenelend
zu entkommen und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erreichen.
Abstinenz ist nicht das Ziel, sondern die Voraussetzung einer
erfolgreichen Rehabilitation. Wer ein Suchtproblem hat - Alkohol,
Medikamente oder Drogen - und den Wunsch nüchtern zu leben, kann zu uns
kommen.